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Vorstellung der Erfahrungen aus der Kooperation des Futsal-Projekts und der U19 der TSG 1899 Hoffenheim mit anschließender Diskussion:

Futsal ist die Abkürzung für das portugiesische futebol de salão und das spanische fútbol sala, was übersetzt Hallenfußball bedeutet. Futsal ist aber nicht irgendeine, sondern die offizielle Hallenfußball-Variante der Fifa. In Deutschland ist Futsal im Moment noch relativ unbekannt. Am ehesten wird Futsal in Deutschland an Universitäten im Hochschulsport oder von Menschen mit Migrationshintergrund gespielt, allerdings ist auch hier auf die Gesamtbevölkerung bezogen eine steigende Popularität erkennbar. Dazu trägt auch bei, dass der DFB bei Jugendturnieren im Winter immer häufiger von den austragenden Vereinen verlangt, Futsal spielen zu lassen, da dies die technischen Fähigkeiten der Kinder deutlich mehr erhöht als der in Deutschland traditionell praktizierte Hallenfußball mit Bande.

Das Besondere am Futsal ist, dass der Ball sprungreduziert sowie etwas kleiner ist und außerdem auch etwas weniger Luftdruck hat, wodurch sich das Spiel viel mehr am Boden abspielt. Das Spielfeld beim Futsal ist zudem durch die Linien des Handballfeldes abgesteckt. In einigen Herkunftsländern der Geflüchteten wie beispielsweise Afghanistan und dem Iran ist Futsal sehr beliebt.

In Sinsheim gibt es zahlreiche Geflüchtete, die zwar gerne Fußball spielen, sich aus verschiedenen Gründen aber (noch) keiner lokalen Fußballmannschaft anschließen wollen oder können. Aus diesem Grund bestand bei vielen Geflüchteten längere Zeit der Wunsch nach einem eigenen Projekt, in dem gemeinsam Fußball gespielt werden kann. Als Kooperationsprojekt entstand beim damaligen Flüchtlingsbeauftragten Frederik Böna  gemeinsam mit dem damaligen Sportmittler des Sportkreises Sinsheim, Andreas Kaiser, die Idee für das Futsal.

Im September 2017 wurde mit dem Futsal-Projekt in der Sporthalle im Stift Sunnisheim begonnen, seitdem erfreut sich das Angebot einer sehr großen Beliebtheit. Häufig sind bis zu 30 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Ländern anwesend.

Dieses sehr niederschwellige Angebot ist insbesondere für Geflüchtete, die arbeiten oder eine Ausbildung machen, ein willkommener Anlass sich sportlich zu betätigen und gemeinsam in der Gruppe mit Gleichgesinnten Spaß zu haben. Das Futsal-Projekt ist so beliebt, dass teilweise selbst Migranten aus Eppingen und Heidelberg extra dafür anreisen.

Im Jahr 2018 entstand über das Futsal-Projekt zudem eine Kooperation mit der Jugendakademie der TSG 1899 Hoffenheim. Deren U17- und U19-Jugendspieler kommen, begleitet von zwei Sozialpädagogen, immer wieder zum Training in die Halle. Sie nehmen an dem Angebot teil, wovon beide Seiten – Geflüchtete und Jugendspieler – sehr profitieren.

In der Vergangenheit entstand so eine gemeinsame Weihnachtsfeier inklusive Plätzchenbacken. Es gab immer wieder Einladungen zu Jugendspielen ins Dietmar-Hopp Stadion nach Hoffenheim.

Zukünftig ist geplant, dass Jugendspieler und Jugendtrainer der TSG hin und wieder Trainingseinheiten leiten werden. Die Zusammenarbeit soll in jedem Fall auch nach Corona aufrecht erhalten bleiben.

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